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Horseman’s Buddies Australian Cattle Dogs
Historie
Als die ersten Europäer Ende des 18. Jahrhunderts nach Australien kamen, um dort zu leben, war auf diesem Kontinent alles anders als in ihrer Heimat. Ihre Vorstellungskraft hätte kaum ausgereicht, sich Länder wie dieses auszumalen, in denen sich nicht nur Landschaft und Klima, sondern auch Vegetation und Tierwelt so stark von allem unterscheiden, was sie kannten. Diese ersten “Siedler” hatten keine Wahl - überfüllte Gefängnisse in England wurden dadurch entlastet, dass man unliebsame Insassen in die neuen Kolonien verschiffte. Je mehr Menschen jedoch in das weit entfernte Australien gebracht wurden, desto schwieriger wurde es, sie dort zu ernähren. Die Ureinwohner Australiens waren Jäger und Sammler; Landwirtschaft oder gar Viehzucht gab es auf dem riesigen Kontinent nicht, und so war es notwendig, fast alle Nahrungsmittel dorthin zu verfrachten. Nur wenig lebendes Vieh fand auf den Segelschiffen platz, und gepökeltes Fleisch war ein mäßiger Ersatz. Dass man die Versorgung für die stetig ansteigende Zahl der Deportierten nicht auf Dauer von England aus würde bewältigen können, war absehbar. Da kam es gelegen, dass Berichte über den fernen Kontinent mit der Zeit das Interesse freier Menschen aus den damals schnell wachsenden englischen Städten weckten. Diejenigen, die nach Australien auswandern wollten, mussten sich verpflichten, dort beim Aufbau der Landwirtschaft zu helfen. Viele von ihnen taten das gern, denn es war ohnehin ihr Wunsch, wie einst ihre Vorfahren wieder als Farmer zu leben. Mit dem Vieh brachte man selbstverständlich auch die Hunde mit nach Australien, die damals in England die Arbeit auf Viehmärkten und in Schlachthöfen verrichteten. Sie wurden Smithfields genannt - nicht weil sie einer bestimmten Rasse angehörten, sondern weil ihr bekanntester Arbeitsplatz die Smithfield Meat Markets in London waren, einer der damals größten Umschlagplätze für Schlachtvieh. Die Smithfields waren wohl zumeist recht groß und hatten wuscheliges Fell - heute würde man ihr äußeres Erscheinungsbild vielleicht als eine Mischung zwischen Bobtail und Bearded Collie beschreiben. Manche von ihnen hatten lange behaarte Ruten, andere wiederum angeborene Stummelruten. Letzteres war ein Relikt aus den Zeiten, als in England für Arbeitshunde, die durch eine kurze oder gekürzte Rute kenntlich gemacht wurden, keine Steuern zu entrichten war. An den Anlandestellen und auf den Viehmärkten in der australischen Küstenregion verrichteten die Smithfields ihre Arbeit ebenso gut wie in ihrer englischen Heimat. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie für das australische Landesinnere mit seinen archaischen Landschaften und hohen Temperaturen weniger geeignet waren. Ihre Schwierigkeit zeigten sich besonders bei der Erkundung und Erschließung der schier endlosen Wege zu den unvorstellbar großen Weideflächen im australischen Hinterland. Für diese sehr langen und strapaziösen Treibstrecken waren Smithfields einfach zu schwer, zudem verfing sich die stachlige Vegetation in ihrem langen Fell, und das Klima machte ihnen so zu schaffen, dass sie ihrer Arbeit am Vieh nur noch eingeschränkt oder in vielen Fällen gar nicht mehr nachkommen konnten. Ganz ohne die Hilfe von Hunden wäre eine Viehwirtschaft auf den riesigen Weiden zu dieser Zeit allerdings zumindest sehr beschwerlich und längst nicht so effizient möglich gewesen. Da sich Teilbereiche höchstens mühsam mit hölzernen Barrieren abtrennen ließen und es leicht zu entrollende Zäune oder etwa Stacheldraht noch nicht gab, musste das Vieh nämlich rund um die Uhr bewacht werden. Dazu brauchte man Arbeitshunde, die gut an die Bedingungen in Australien angepasst waren. Einheimische Hunde, die man für die Arbeit am Vieh hätte ausbilden können, gab es auf dem neuen Kontinent nicht, aber immerhin existierten dort wildlebende Kaniden: die Dingos. Die Australienpioniere konnten sie nicht nur in der Wildnis beobachten, man sah Dingos auch oft zusammen mit Aborigine-Gruppen. Zwar züchteten und domestizierten die Ureinwohner Australiens diese Wildhunde nicht gezielt, sie zogen in ihren Lagern aber immer wieder einzelne junge Dingos auf, die durch den engen Kontakt mit den Menschen später handzahm waren. Oft folgten sie den Gruppen als erwachsene Tiere weiterhin freiwillig, waren ihnen nützlich beim Sauberhalten des Lagers und trugen zur erfolgreichen Jagd bei. Die perfekte Angepasstheit der Dingos an das Klima und die Wildnis Australiens und die Tatsache, dass diese Hundeartigen mit dem Menschen zusammenleben und sogar kooperieren können, brachte wohl die Viehzüchter unter den neuen Siedlern auf die Idee, durch Kreuzung von Dingos und Smithfields Hunde zu “erzeugen”, die besser für die Arbeit auf dem rauen Kontinent geeignet waren. Den ersten Zuchtversuch min dieser Richtung unternahm wahrscheinlich ein “Drover” (so nennt man Viehtreiber, die große Herden über lange Strecken begleiten) namens “Old Jack” Timmins. Wie ihm dieser gelang, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Fest steht, dass es nicht einfach ist, eine Hybridverpaarung zwischen Hunden und Dingos herbeizuführen: Dingoweibchen werden nur einmal im Jahr läufig, und Dingorüden reagieren zumeist nur, während “ihre eigenen”  Hündinnen läufig sind, auch auf läufige domestizierte Hündinnen. Vermutlich hatte Timmins es den Eingeborenen gleichgetan und zunächst einen weiblichen Dingo zu sich geholt, um dann gezielt einen Deckakt mit einem seiner Smithfield-Rüden zu veranlassen. Leider eignete sich die Nachzucht aus dieser ersten Dingo-Smithfield-Verbindun nur sehr bedingt für die Arbeit, für die sie vorgesehen war. Der spätere Name “Timmins’ Biters” (Timmins’ Beißer) sagt schon, wo das Problem lag - diese Hunde waren zu grob und richteten zu viel Schaden an den kostbaren Tieren der Farmer an. Zudem bellten sie gern und viel, eine Eigenschaft, die die Arbeit an Rindern in offenem Gelände eher erschwerte als erleichterte, weil die scheuen Tiere von den bellenden Hunden flüchteten. Einige Zeit später machte sich Thomas Hall, Sohn einer englischen Farmerdynastie, mit mehr Fingerspitzengefühl und wohl auch mit mehr züchterischem Wisen an die “Planung” eines australischen Arbeitshundes. Zunächst verbrachte er Trockenperioden, in denen kein Viehtrieb sinnvoll war, damit, Dingos ausführlich und genau zu beobachten. Dafür hielt er auf seiner Farm selbst einige dieser Tiere, die er möglicherweise schon handzahm von Aborigines übernahm, um ihre Eigenschaften und ihr Verhalten sorgfältig zu studieren. Thomas Hall war bald fest davon überzeugt, dass die Dingos mit ihrem idealen Körperbau und ihrer lautlosen Art zu jagen genau die richtigen Urväter für einen australischen Arbeitshund wären. Die von den Engländern mitgebrachten Treibhunde befand er hingegen für ungeeignet - ob er von dem missglückten Versuch der Verpaarung von Smithfields mit Dingos wusste, ist nicht überliefert. Hall musste nun also nach Hunden suchen, die seiner angestrebten Neuzüchtung die gewünschten Eigenschaften für Arbeit am Vieh vererben könnten. Er begann, sich unter Englands Hunderassen nach Spezialisten in Sachen Rindertreiben umzusehen, die sich auch ihrem Äußeren nach für schwieriges australisches Gelände eigneten. Von seinen Eltern erfuhr er, dass in der Heimat verbliebene Mitglieder der Großfamilie Hall auf ihren Farmen in Northumberland Hunde zur Arbeit an Rindern einsetzten, die seiner Vorstellung nahekamen. Es handelte sich um eine von den Halls gezüchtete Variante der sogenannten “Cur Dogs” mit kurzem, eng anliegenden Fell und oftmals einer angeborenen Stummelrute. Sie galten als besonders schnell, mutig und ausdauernd, und sie hatten einen natürlichen Hang zum “Heelen”, dem Zwicken in die Fesseln der zu hütenden Tiere, um diese voranzutreiben. Einige dieser “Blue Merle Northumberland Drover’s Dogs” ließ er 1830 per Schiff nach Australien bringen. Ihren Namen verdanken die Ahnen der heutigen Cattle Dogs übrigens lediglich ihrer blau marmorierten (engl. “blue merle”) Färbung. Das heute bei vielen Hunderassen bekannte und für eine ähnliche Färbung verantwortliche “Merle-Gen” trugen die Drover’s Dogs nicht in sich, und auch bei der Farbe ihrer Nachfahren spielt es keine Rolle, obwohl dies oft fälschlicherweise angenommen wird. Leider ist nicht überliefert, wie Thomas Hall seinen Plan vom ideal an die australischen Verhältnisse angepassten Treibhund tatsächlich umsetzte. Fest steht, dass er Dingos mit Drover’s Dogs verpaarte und dabei seine Zuchtziele wahrscheinlich sehr direkt und kompromisslos verfolgte. Alle Nachkommen, die nicht seinen sehr konkreten Vorstellungen entsprachen, hatten vermutlich keine Chance in seinem Zuchtprogramm. Aus den Hall’schen Chroniken geht hervor, dass Thomas trotzdem bereits um das Jahr 1840 über recht viele hervorragende selbst gezüchtete Hunde verfügte, die ihm beim Treiben der Rinder über die langen Wege vom Landesinneren zu den Viehmärkten an der Küste enorme Vorteile gegenüber den anderen Rinderfarmern einbrachten. Nur mit Hilfe dieser Hunde, die bald auf allen Farmen der Halls in großer Zahl arbeiteten und gezüchtet wurden, konnte die Familie Hall in den nächsten Jahren ihren Besitz und ihren Rinderbestand so enorm vergrößern, dass sie zu den größten australischen Rinderfarmern ihrer Zeit zählte. Die Hall’schen Hunde taten ihre Arbeit an den Rindern so perfekt und kooperierten so gut mit den berittenen Stockmen, dass sie von Farmern in ganz Australien sehr geschätzt wurden und überall begehrt waren. Dennoch wurden sie drei Jahrzehnte lang nur auf den Besitztümern der Halls gezüchtet und ausschließlich an Drover oder Farmer im Dienst des Hall’schen Rinderimperiums weitergegeben, was ihnen landläufig den Namen Hall’s Heeler einbrachte. Erst nachdem im Jahr 1870 Thomas Hall und ein Jahr später sein Bruder William starben, wurden Hall’s Heeler durch die Versteigerung des Hall’schen Besitzes auch für andere Farmer sowie für Schlachthofbesitzer in den Städten verfügbar. Unter Bezeichnungen wie “Queensland Heeler”, “Australian Heeler”, “Red Heeler” und “Blue Heeler” leisteten sie ihren neuen Herren gute Dienste. Heute steht fest, dass diese Hunde wesentlich zu der rasanten positiven Entwicklung der Rinderindustrie auf dem fünften Kontinent beitrugen. Ihre Arbeitseigenschaften waren in den Augen vieler Viehbesitzer so wertvoll, dass auch nach 1870 darauf geachtet wurde, die Hall’schen Zuchtlinien nicht durch Einkreuzung anderer Hunde zu verfälschen. Berichten zufolge glaubt man allerdings lange Zeit, dass es für den Erhalt des typischen Heelers notwendig sei, etwa alle fünf Generationen einen Dingo einzukreuzen. Ob dies wirklich geschah, lässt sich nicht nachprüfen, denn es gibt darüber keinerlei Aufzeichnungen.
Text: mit freundlicher Genehmigung von Andrea Kreusch Aus dem Buch: Australian Cattle Dog, Charakter Erziehung Gesundheit, Andrea Kreusch , Cadmos Verlag, 2009
Der Mann, durch den die Rindertreibhunde der Familie Hall schließlich zur international als “Australian Cattle Dog” bekannten Hunderasse wurden, war der 1877 geborene Robert Kaleski. Er hatte diese Hunde bereits in jungen Jahren bei seiner Arbeit als Stockman kennengelernt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er als kynologischer Fachjournalist bekannt und schrieb unzählige Zeitungsartikel sowie einige Büchter über die Arbeitshunde Australiens. Wie sehr Kaleski Cattle Dogs schätze, kommt in folgender Anekdote zum Ausdruck: Zufällig kam Kaleski hinzu, als zwei andere Stockmen mit ihren Hunden, keine Cattle Dogs, erfolglos versuchten, ein widerspenstiges Rind aus einem Schlammloch zurück zu seiner Herde zu treiben. Kaleski schickte seine Cattle Dogs los, die diesem Tier sofort Respekt einflößten und es auf sein Kommando sogar mehrmals aus dem Schlamm und wieder hinein trieben. Weitererzählen zu können, dass die beiden Stockmen danach einen Cattle Dog Welpen bei ihm bestellten, bereitete Kaleski offensichtlich große Genugtuung. Robert Kaleskis Engagement ging soweit, dass er im Jahr 1903 den ersten Rassestandart für Cattle Dogs erstellte. Obwohl man Kaleskis Vorstellungen kontrovers diskutierte, wurde dieser Standard veröffentlicht und schließlich sogar vom “Kennel Club of New South Wales” als gültiger Standard für den Ausstellungsring angenommen. Alle darauf folgenden Rassestandards für Australian Cattle Dogs haben sich seither an dem orientiert, was Kaleski als typische Eigenschaften dieser Rasse beschrieben hatte. In seinem 1914 veröffentlichten Buch “Australian Barkers and Biters” widmet Kaleski dem Cattle Dog ein ganzes Kapitel, in dem er ihn begeistert als “nicht jagenden, nur an der Arbeit mit Rindern und Pferden interessierten Hund” beschreibt. Er weist darauf hin, dass ohne diese Hunde das Nahrungsmittel Fleisch in Australien sicher “doppelt so teuer wäre”, denn, so schreibt Kaleski: “ Die Arbeit an Viehherden ohne sie wäre wirklich sehr kostenintensiv. Normalerweise ersetzt ein Cattle Dog schon die Arbeitskraft von zwei Männern, aber im rauen Gelände könnte sogar ein Dutzend Männer seine Fähigkeiten nicht ersetzen. Er geht dort ohne jede Mühe an alle sogar für Reiter unzugängliche Stellen, und zwar so schnell wie der Blitz.” Kaleski  war es auch, der um 1926 die von der Hundewelt, zunächst ohne sie zu hinterfragen, übernommene These aufstelle, es seien durch das Einkreuzen von Dalmatinern und Kelpies “Verbesserungen” an der Rasse vorgenommen worden: Der Dalmatiner habe als Kutschenbegleithund dem Australian Cattle Dog die Sympathie für Pferde gegeben und der Kelpie habe Hüteeigenschaften beigesteuert. Diese These lässt sich heute nicht mehr halten. Das für die Punkte der Dalmatiner verantwortliche Gen konnte bei Cattle Dogs nicht nachgewiesen werden, und die ersten Kelpies kamen erst 1870 von England nach Australien. Zu dieser Zeit waren Hall’s Heeler dort bereits seit über 30 Jahren als ideale Hüte- und Treibhunde etabliert und arbeiteten genauso lange schon eng mit Reiter und Pferd zusammen. Man nimmt inzwischen an, dass Kaleski versucht hatte, das besondere Aussehen der Australian Cattle Dogs “werbewirksam” zu erklären - da boten sich für das gepunktete Fell das Bild des Dalmatiners und für die lohfarbenen Abzeichen das vieler Kelpies an, beides Hunderassen mit Eigenschaften, die Kaleski auch bei Cattle Dogs für wünschenswert und verkaufsförderlich hielt. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts scheint es, als habe sich das Interesse an Cattle Dogs in ihrem Ursprungsland immer mehr auf die Zucht von Hunden konzentriert, die Erfolg auf Ausstellungen in den Städten Brisbane und Sydney bringen sollten. Man darf allerdings nicht vergessen, dass diese damaligen Veranstaltungen keine reinen Schönheitswettbewerbe waren und ebenso wenig dem bloßen Vergnügen der Hundeaussteller und Züchter dienten. Sie alle waren als eine Art Landwirtschaftsmesse konzipiert, auf der man landwirtschaftliches Gerät ebenso begutachten und erwerben konnte wie Vieh und die dazugehörigen Hunde. Die ausstellenden Cattle Dog Züchter hatten nach wie vor großes Interesse daran, dass ihre Hunde von Viehbesitzern, die solche Ausstellungen als potenzielle Kunden besuchten, beachtet und gekauft wurden. Belegt ist auch, dass in der Stadt lebende Cattle Dog Züchter Arbeitshunde vom Land in ihre Zuchtprogramme aufnahmen und dass Farmer bei diesen städtischen Züchtern wiederum Cattle Dogs für die Rinderarbeit in ihrem Betrieb erwarben. Gleichzeitig hielt aber natürlich auch in Australien der Fortschritt Einzug. Zäune erleichterten die Viehhaltung, und neue technische Errungenschaften wie die Eisenbahn, Straßen, motorisierte Viehtransporter und später Geländemotorräder, Quads oder sogar Helikopter machten Viehtrieb und - transporte immer weniger beschwerlich. Zwar sieht man nach wie vor Bilder von Australian Cattle Dogs bei der Arbeit auf Rinderfarmen, allerdings reiten diese seltener quer über dem Pferderücken liegend mit, sondern begleiten den modernen Stockman auf dem Tank seines Motorrads sitzend. Berichten zufolge gehören Cattle Dogs auch hin und wieder zur Besatzung der beim Viehtrieb eingesetzten Hubschrauber. Ihre Aufgabe ist es, Rinder, die sich im Dickicht vor dem lärmenden Flugobjekt verstecken, auf die “gute alte Art” herauszutreiben. Die große Zeit der arbeitenden Australian Cattel Dogs ist auf dem fünften Kontinent dennoch unwiederbringlich vorbei. Was bleibt, ist der Eindruck, den diese Hunde dort hinterlassen haben. Noch heute steht die Bezeichnung “Blue Heeler” oder “Blue Dog” für besondere australische Qualität; Sie ist der Inbegriff für Arbeitswille, Härte, Sensibilität und Loyalität. In Australien tragen Motels, Bars, Bier, Schuhe, Jeans und zahlreiche Unternehmen den Blue Heeler in ihrem Namen, und noch immer sind auf der Ladefläche eines Utes (ein dem Pick-up ähnliches Gefährt) sitzende Blue Heeler ein typisches Motiv für das ländliche “Down Under”. Die kleine Stadt Muswellbrook im Upper Hunter Valley hat dem Blue Heeler sogar eine überlebensgroße Statue errichtet. Sie soll darauf aufmerksam machen, dass diese Gegend, die natürlich “Blue Heeler Country” heißt, die Wiege der berühmten australischen Hunderasse ist. Selbst das örtliche Rugbyteam nennt sich “Blue Heelers”. Man darf also zuversichtlich sein, dass Australian Cattle Dogs in ihrem Ursprungsland weiterhin einen Platz im alltäglichen Leben einnehmen werden. In vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt ist der Cattle Dog gerade dabei, sich in den Herzen der Hundeliebhaber einen ähnlich festen Platz zu erobern. Betrachtet man die Zahl der jährlich offiziell registrierten Welpen, stehen Australian Cattle Dogs in ihrem Ursprungsland hinter vermeintlich pflegeleichteren Rassen und Moderassen zurück. Allerdings belegten sie im Jahr 2008 in der Gruppe der Arbeitshunde, der sogenannten “Working Dog Group”, mit immerhin 1118 Welpen den dritten Platz in der Statistik des Australian National Kennel Council. Diese Zahl hat sich seit zehn Jahren kaum verändert. Setzt man sie ins Verhältnis zu der relativ geringen Einwohnerzahl Australiens, stellt man fest, dass Cattle Dogs in ihrer Heimat nach wie vor recht beliebt sind. Der erste Australian Cattle Dog Club außerhalb Australiens wurde 1967 in den USA gegründet. 1980 erkannte der American Kennel Club (AKC) die Rasse an und ließ sie zu seinen Ausstellungen zu; seit 1983 werden Australian Cattle Dogs im AKC in der “Herding Group” geführt. Heute repräsentiert der dem AKC angeschlossene “Australian Cattle Dog Club of America” die züchterisch und hundesportlich sehr aktive Australian Cattle Dog Szene der USA. Um 1970 kamen die ersten Australian Cattle Dogs nach Europa, wo sie zunächst Freunde in Schweden, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland fanden. Inzwischen sind Cattle Dogs fast überall auf dem europäischen Kontinent zu finden. Mittlerweile gibt es in Deutschland einen dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossenen Verein, der diese Rasse betreut: den Australian Cattle Dog Club Deutschland e.V. Die Mitglieder des Vereins bemühen sich darum, gesunde und gut sozialisierte Cattle Dogs nach dem gültigen Rassestandart der FCI (Fédération Cynologique Internationale) zu züchten. In Deutschland hat sich die Zahl der in das Zuchtbuch des VDH eingetragenen Cattle Dog Welpen von nur 42 im Jahr 1998 auf immerhin 133 im Jahr 2007 zwar nicht drastisch, aber doch stetig erhöht.
Ch. Little Logic (*1939), Vater: Mascot Gem; Mutter: Ch. Little Sally Ch. Nugget, Robert Kaleski's alter blue speckled Cattle Dog (1908-1912), Dingokreuzung Blick in die Bucht von Sydney, Port Jackson, August 1788 Von E. Dayes von einem Stich von T. Hunter.  Bild:  State Library of Victoria
In der Anfangszeit lebten die Viehzüchter hauptsächlich im Umland von Sydney (New South Wales). Im Laufe der Jahre wurde dann das Hinterland bis nach Queensland und Victoria erschlossen.
Smithfield Fleisch Markt, Foto ca. 1895 Betjeman, John. Victorian and Edwardian London  from Old Photographs. London: B. T. Batsford, 1969
Wildhund aus Australien: Der Dingo
(c) Alexander Estmo, jugendfotos.de Ein "Cur Dog", nach einem Stich von Thomas Bewick
‘Jack’ - ausgestellt als Cattle Dog - 1898
Robert Kaleski mit einem seiner Champion Hunde
Foto: the first five years, Donn & Deborah Harling, 1986
Ch. Nugget Robert Kaleski’s alter blue speckled Cattle Dog (1908-1912), Dingokreuzung
Ch. Little Logic (*1939), der wohl bekannteste Deckrüde und Urvater fast aller heutigen Cattle Dogs.
Ch. Logic Return, "schwerer Typ", (*1949)
Ch. Logic Return (*1949), Sohn von Ch. Little Logic, seinerzeit hocherfolgreich auf Ausstellungen
(C) Australian Cattle Dog Old Timers, C A Edwards (C) Australian Cattle Dog Old Timers, C A Edwards (C) Australian Cattle Dog Old Timers, C A Edwards Blue Heeler Statue, Muswellbrook (Höhe: 2m) (c) wikipedia.com
Erste ‘National Speciality’ des ACDCA in Calistoga, Kalifornien, 28. August 1976 Bester Hund der Show: Ch. Tallawong Blue Joshua
Foto: the first five years, Donn & Deborah Harling, 1986 Start Willkommen Über uns Hunde Zucht Informatives Pferde Galerie Kontakt Impressum Links